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Corona: Daten spenden per App

#GemeinsamgegenCorona: Das Robert Koch-Institut hat eine Corona-Datenspende-App herausgebracht – und Sie können helfen. Voraussetzungen dafür sind ein Smartphone, ein Fitnessarmband oder eine Smartwatch und das Installieren der App. Diese Spende ist freiwillig und pseudonym. Das heißt, die Daten, die Sie zur Verfügung stellen, können nicht mit Ihnen persönlich in Verbindung gebracht werden. Auch deshalb kann die neue App keine Rückmeldung oder Einschätzung zu Ihren Daten geben. Stattdessen sollen die Informationen den RKI-Wissenschaftlern dabei helfen, mehr über das neuartige Coronavirus zu erfahren und die derzeitige Situation besser zu verstehen.

Welche Daten werden erhoben?

Bei diesen Daten handelt es sich zum einen um Ihre Postleitzahl und vor allem um Informationen von den Fitnessarmbändern und Smartwatches, auch Wearables genannt. Sie werden dann mithilfe der Corona-Datenspende-App zur Verfügung gestellt. Dabei geht es unter anderem um die Aktivität und Herzfrequenz. Neuartige Algorithmen können in diesen Daten verschiedene Symptome erkennen, die unter anderem mit einer Coronavirus-Infektion in Verbindung gebracht werden. Zusammen mit anderen Datenquellen, zum Beispiel den offiziellen Meldedaten, soll Ihre Datenspende dazu beitragen, dass die Wissenschaftler ein genaueres Bild über die Verbreitung des Virus gewinnen.

Was passiert damit?

So gelingt es, eine Karte bis auf die Ebene der Postleitzahl visuell darzustellen, die die Ausbreitung des Virus anzeigt. Diese Landkarte wird dann regelmäßig aktualisiert und auf der RKI-Website zur Verfügung gestellt.

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Alle wichtigen Fragen und Antworten, auch mit welchen Fitnessbändern und Smartwatches die App aktuell funktioniert, hat das RKI für Sie zusammengestellt: corona-datenspende.de/faq

Bevor es in den Supermarkt geht, schnell ein Paar Einmalhandschuhe übergezogen – und schon sind wir besser vor dem neuartigen Coronavirus geschützt. Zumindest glauben das viele. Für Mediziner wiederum ein Irrglaube.

Warum Einweghandschuhe wenig sinnvoll sind

• Medizinisches Personal trägt die dünnen Latexhandschuhe im beruflichen Alltag, um sich damit zum Beispiel vor dem Kontakt mit Körperflüssigkeiten zu schützen. Dass wir die Einmalhandschuhe mit den sterilen Verhältnissen im Krankenhaus oder der Arztpraxis im Kopf verknüpfen – nachvollziehbar. Aber damit erzeugen wir, so Experten, ein Gefühl von Sicherheit, die es so aber nicht gibt.
• In unserem Alltag, also zum Beispiel beim Einkaufen, werden solche Schutzhandschuhe schnell porös. Werden sie durchlässig, können Bakterien, Keime und Viren so auf die Haut gelangen. Ideale Voraussetzungen, denn die Eindringlinge vermehren sich gut in einer feucht-warmen Umgebung, die durch das Tragen der Handschuhe entsteht.
• Wir fühlen uns geschützt und tragen die Handschuhe lange. Wir fassen uns ins Gesicht, tippen auf dem Smartphone, mal mit mal ohne Latexhandschuhen, die Haut schwitzt durch das Material stärker – so haben die Erreger leichteres Spiel.
• Wir vergessen, uns regelmäßig die Hände zu waschen, wenn sie in Latex stecken. Dabei gilt eine regelmäßige und gründliche Händehygiene als eine der wirksamsten Schutzmaßnahmen. Denn Seife mögen die SARS-CoV-2-Viren gar nicht, weil sie unter anderem von einer Fettschicht umhüllt sind, die durch Seife aufgelöst wird.
• Medizinische Handschuhe sind dieser Tage ein rares Gut. Deshalb sollten sie am besten dem medizinischen Personal vorbehalten sein.
• Auch an die Umwelt denken.

Stimmen aus der Medizin

„Medizinisch ungeschulten Menschen würde ich das Tragen von Einmalhandschuhen im Alltag gar nicht erst empfehlen. Denn sehen Sie: Es erfordert ein gewisses Know-how und Übung, sich Einmalhandschuhe so auszuziehen, dass die etwaig darauf haftenden Mikroorganismen auch darauf verbleiben und der Handschuhträger sie sich nicht beim Ausziehen auf die Hände, das Handgelenk oder die Ärmel seiner Oberbekleidung schmiert“, erklärt Prof. Dr. Ojan Assadian, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (ÖGKH), in einem Interview mit pflegen-online.de.

Allgemeinmediziner Dr. Marc Hanefeld ist einer der lautesten Verfechter des Themas. Auf Twitter fasst er es so zusammen: „Plastik gibt zigfach mehr Keime an die Umgebung ab als Haut. Man rennt nicht mit Gummihandschuhen durch die Gegend, es sei denn, man möchte eine Hygiene-Sau sein. Fertig. Kann das bitte mal in die Köpfe?“

Plötzlich schmeckt das Lieblingsessen nicht mehr so lecker wie sonst, sondern eher fade. Die Wäsche duftet auch nicht wie frisch gewaschen, wenn sie aus der Maschine kommt. Fieber, Husten und Kurzatmigkeit sind zwar die häufigsten Symptome einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus. Manche Patienten berichteten aber auch, dass sie über mehrere Tage nichts mehr riechen und schmecken. Obwohl sie nicht an einer verstopften oder laufenden Nase litten.

Das sagen wissenschaftlichen Zahlen

Dieses Phänomen wurde in Deutschland beobachtet, als das Team um Professor Hendrik Streeck, Leiter des Instituts für Virologie an der Universität Bonn, die Daten von COVID-19-Patienten aus dem Kreis Heinsberg in Nordrhein-Westfalen analysierte.
Auch chinesische Wissenschaftler um den Neurologen Ling Mao von der Huazhong University of Science and Technology mit Patienten in Wuhan haben den Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns als Symptome identifiziert. „Wichtig ist, dass die Autoren [der Studie aus Wuhan – Anm.d.Red.] herausfanden, dass die von ihnen untersuchten Patienten mit einigen der häufigsten spezifischen Symptome einschließlich Geruchs- oder Geschmacksstörungen und Muskelerkrankungen dazu neigten, diese Symptome zu Beginn ihres klinischen Verlaufs zu haben“, so die drei Neurologen von der Universität von Kalifornien, Samuel Pleasure, Ari Green und Andrew Josephson, dazu.

In Belgien wurde diesbezüglich auch geforscht. An der Studie nahmen 417 Erkrankte teil, die eine leichte Form von COVID-19 durchlebten. Das Ergebnis: 86 Prozent der Befragten berichteten von einer Beeinträchtigung ihres Geruchssinns, 88 Prozent hatten ihren Geschmackssinn verloren. Bei den meisten verschwanden die Symptome nach zwei Wochen wieder vollständig.
Auch Forscher aus dem Iran verzeichneten einen massiven Anstieg von Menschen, die ihren Geruchs- und Geschmackssinn seit Ausbruch des SARS-CoV-2-Virus verloren hatten.

Woher kommt der Geruchs- und Geschmacksverlust

Woran dieses Phänomen genau liegt, darüber sind sich Forschung und Medizin noch nicht im Klaren. Auch wenn man bezüglich COVID-19 noch im Dunkeln tappe, so sei bezüglich SARS- und MERS-Erregern bekannt, dass diese über die Riechnerven in der Nasenhöhle ins Gehirn eintreten können. Dies kann dazu führen, dass in der Folge das Nervensystem geschädigt werde, wie Samuel Pleasure, Ari Green und Andrew Josephson erklären. Ihr Kollege, der Neurologe Klaus Seppi von der medizinischen Universität Innsbruck, berichtet im ORF, dass das neuartige Coronavirus die Geruchsnerven angreifen kann. „Das ist aber nichts Spezielles für SARS-CoV-2, sondern bei anderen Virusinfektionen ganz typisch.“ Trotzdem: Nehmen Sie unerklärliche Geruchs- und Geschmacksstörungen ernst und halten Sie gegebenenfalls Rücksprache mit Ihrem Arzt.

Husten, Schnupfen, Halskratzen – während wohl die meisten bei diesen Symptomen einst selbst eine Erkältung diagnostiziert haben, herrscht in Zeiten der Corona-Pandemie Verunsicherung. Habe ich gar COVID-19? Bevor die große Panik aufkommt, heißt es erst einmal, Ruhe zu bewahren und sofern es der Gesundheitszustand zulässt, den Selbstcheck zu machen.

Wirklich COVID-19?

Fieber, Husten und eine ungewohnte Kurzatmigkeit sind für die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Indikatoren, einen Arzt zu kontaktieren. Dabei gilt es aber unbedingt, den Hausarzt anzurufen, nicht einfach die Praxis aufzusuchen. Dieser entscheidet, ob ein Test vorgenommen werden soll. Denn diese Begleiterscheinungen allein reichen nicht aus, schließlich können Sie auch Symptome einer anderen Atemwegserkrankung sein.

Der Ärztliche Bereitschaftsdienst der Kassenärztlichen Vereinigungen verdeutlicht, wann ein solcher Test veranlasst werden sollte. Nämlich, wenn zu den benannten Hauptsymptomen Folgendes hinzukommt: Der Betroffene hatte in den vergangenen 14 Tagen engen Kontakt zu jemandem, bei dem das Coronavirus im Labor nachgewiesen wurde. Oder der Patient gehört einer Risikogruppe an, weil er vorerkrankt ist und bzw. oder älter als 60 Jahre. Gleiches gilt für Menschen, die bei ihrer Arbeit oder ehrenamtlichen Tätigkeit mit anderen in Kontakt kommen, die ein hohes Risiko für schwere Erkrankungen haben und besonders geschützt werden müssen; beispielsweise in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder der Altenpflege.

Patientenservice: 116117

Trifft einer dieser Fälle zu, sollte auf telefonischem Wege Kontakt zu der in der jeweiligen Region zuständigen Stelle, häufig das Gesundheitsamt, aufgenommen werden. Auch der Hausarzt weiß, was zu tun ist. Oder wählen Sie den bundesweiten Patientenservice: 116117. Haben Sie Geduld, hier kann es zu längeren Wartezeiten kommen.

Sollte ein Test gemacht werden, begeben Sie sich doch bitte, solange das Ergebnis noch nicht vorliegt, vorsorglich in Selbstisolation. Doch dabei gilt vor allem eines: weiterhin Ruhe zu bewahren.

Maske 19: Mit diesem Codewort sollen sich Opfer von häuslicher Gewalt nun Hilfe in der Apotheke holen können. Denn die Ausgangsbegrenzungen in der Corona-Krise erschweren es, einen Hilferuf am Telefon abzusetzen: Der gewalttätige Partner ist jetzt schließlich oftmals in der Nähe. In Frankreich und Spanien funktioniert dieser neue Meldeweg laut Medienberichten bereits.

Direkthilfe in der Apotheke

Die Idee hinter Maske 19: Wenn jemand Opfer häuslicher Gewalt geworden ist, können Betroffene in die Apotheke gehen und das Codewort dort nennen. Daraufhin alarmiert das Apothekenteam die Polizei beziehungsweise die Behörden. Apotheken als Anlaufstelle für die Direkthilfe sind deshalb sinnvoll, weil wir dafür auch momentan die eigenen vier Wände verlassen dürfen.

Experten vermuten Anstieg häuslicher Gewalt in Corona-Zeiten

Die aktuelle Situation erzeugt bei vielen Paaren und Familien vor allem eins – Stress. Durch die Ausgehbeschränkungen müssen sie näher zusammenrücken, durch das Arbeiten im Homeoffice, Kindergarten- und Schulausfall bleibt man vor allem Zuhause, manche haben finanzielle Sorgen oder sind von der Arbeitslosigkeit bedroht. So entstehen vermehrt Konflikte. „Die Fallzahlen häuslicher Gewalt, die sich in aller Regel gegen Frauen und Kinder richtet, werden voraussichtlich zunehmen“, schätzt Familienministerin Franziska Giffey in einem Interview mit der Rheinischen Post. Zahlen unter anderem aus China, Frankreich und Spanien untermauern diese Einschätzung.

In Deutschland finden Betroffene laut Familienministerin Giffey Unterstützung am Hilfstelefon, das rund um die Uhr besetzt sei: 08000/116 016 oder www.hilfetelefon.de

Wäre es jetzt ein guter Zeitpunkt, mit dem Rauchen aufzuhören? Schließlich ist COVID-19 eine Lungenerkrankung. Warum manche Menschen stärker gefährdet sind, schwere Symptome zu entwickeln, wenn sie sich mit SARS-CoV-2 infizieren, ist noch nicht abschließend geklärt. Die ersten Daten aus China weisen aber darauf hin, dass Zigaretten-Konsum die Infektionsgefahr erhöht. Auch die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass Raucher wahrscheinlich anfälliger für COVID-19 sind.

„Raucher sollten sofort aufhören“

Ganz klar sei das zwar noch nicht, sagt Prof. Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie, gegenüber der dpa. Es spreche aber vieles dafür. „Grundsätzlich sind Raucher anfälliger für Infekte, da ihre Schleimhäute geschädigt sind und daher deren Abwehr eingeschränkt ist. Die Schleimhäute können sich zudem nicht mehr so gut selbst reinigen. So bleibt in der Lunge Schleim liegen und Viren haben ein leichteres Spiel“, erklärt der Experte in einem Interview mit idowa.de und rät dazu: „Raucher sollten sofort aufhören." Seiner Erfahrung nach mache es immer einen Unterschied, ob jemand noch aktiv zur Zigarette greift oder damit aufgehört hat.

Leichterer Übertragungsweg von Hand in den Mund

Für die WHO ist es so: Bedingungen, die den Sauerstoffbedarf erhöhen oder die Fähigkeit des Körpers verringern, ihn richtig zu verwenden, erhöhen das Risiko für schwerwiegende Lungenerkrankungen. Für die Weltgesundheitsorganisation gibt es aber noch einen weiteren Punkt, warum Raucher wahrscheinlich anfälliger für COVID-19 sind: Wer an einer Zigarette zieht, berührt mit seinen Fingern auch mal die Lippen. Dadurch wird die Möglichkeit erhöht, dass das Virus von Hand in den Mund übertragen wird.

Ob Mann oder Frau – bei den Infektionsraten zeigt sich den Angaben des Robert Koch-Instituts nach im Grunde kein Unterschied: Männer und Frauen infizieren sich demnach annähernd gleich häufig mit Coronavirus SARS-CoV-2. Berichten aus Deutschland, Italien und China zufolge ist der Krankheitsverlauf bei Männern im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung allerdings stärker. Wissenschaftlern zufolge ist ein möglicher Grund dafür, dass das Immunsystem von Männern und Frauen verschieden ist.

Forscher: Frauen haben ein robusteres Immunsystem

Warum es bei den Krankheitsverläufen solche Unterschiede gibt, ist noch nicht abschließend geklärt. Aber Frauen scheinen der Wissenschaft nach das robustere und schnellere Immunsystem zu haben. Dadurch werde das Risiko eines schwereren Krankheits-Verlaufs gesenkt. „Männlich zu sein ist genauso ein Risikofaktor für das Coronavirus wie das Alter“, erklärt Dr. Sabra Klein gegenüber der New York Times. Die Wissenschaftlerin untersucht Geschlechtsunterschiede bei Virusinfektionen und Impfreaktionen an der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health.
Wenn es darum geht, eine Immunantwort gegen Infektionen aufzubauen, haben Männer ihrer Aussage nach das Nachsehen. „Dies ist ein Muster, das wir bei vielen Virusinfektionen der Atemwege gesehen haben – Männer können schlechtere Wirkungen erzielen", so Sabra Klein. „Wir haben das bei anderen Viren gesehen. Frauen bekämpfen sie besser“, fügte sie hinzu.

Chromosomen machen einen Unterschied

Denn schon allein, dass Männer ein X- und ein Y-Chromosom haben und Frauen dagegen zwei X-Chromosomen schafft unterschiedliche Voraussetzungen. Die X-Chromosomen sind überwiegend mit Herz-, Hirn- und Immunfunktion beschäftigt, wie die Forscherin Vera Regitz-Zagrosek erklärt, die Y-Chromosomen dagegen mit Sexual-Aufgaben. Nun sei es so, dass ein weibliches Chromosom aus etwa 1.500 Genen besteht, ein männliches aus ca. 100. Die Natur habe es nun aber so vorgesehen, dass das zweite X-Chromosom freiwillig stillgelegt werden soll, um einen Ausgleich zu schaffen. Aber: Etwa 15 bis 20 Prozent der Gene auf dem zweiten X-Chromosom entgehen der sogenannten X-Inaktivierung. „Und die bilden einen wichtigen Reservepool für die Frauen“, wie Vera Regitz-Zagrosek in der Sendung alpha beim Bayrischen Rundfunk ausführt.

Verschiedene Sexualhormone

Auch die Sexualhormone machen einen Unterschied. Östrogen stehe eher für regenerative Prozesse und Fürsorge, während Testosteron Wachstum und Aggressivität fördere. Aufgrund unserer Sexualhormone reagieren wir auch anders auf Umwelteinflüsse, ist die Wissenschaftlerin überzeugt. Unter dem Einfluss der Hormone würden unsere Gene zum Beispiel Stress, Rauchen, Feinstaub und Co. anders verpacken, so Vera Regitz-Zagrosek. In einer Studie mit dem Sars-Virus von 2002 starben übrigens weibliche Mäuse seltener als männliche. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Forscher das Östrogen in seiner Wirkung blockierten.

Lebensstil

Andere Experten sehen auch im Lebensstil eine wichtige Rolle. Männer würden sich im Schnitt ungesünder ernähren, mehr rauchen und Alkohol trinken. Faktoren, die wiederum das Risiko etwa für Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Herzerkrankungen erhöhen – und das Immunsystem beeinflussen können.

Sie fliegen wieder – die Pollen. Momentan denken viele bei Husten, Atemnot und Halsschmerzen eher an Corona. Aber dabei können die Symptome genauso gut eine allergische Reaktion sein. Welche Faktoren beim Unterscheiden helfen können, haben wir deshalb für Sie zusammengestellt.

Merkmale einer Covid-19-Erkrankung

„Es gibt gute, einfach Unterscheidungsmerkmale, an denen man selbst schon relativ sicher erkennen kann, ob es eine Coronavirusinfektion ist oder nicht“, versichert Professor Ludger Klimek, Leiter des Allergiezentrum Wiesbaden, im Experteninterview mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund. Laut Robert Koch-Institut (RKI) treten bei einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vor allem Fieber und Husten auf, gefolgt von Kurzatmigkeit. Das gebe es in dieser Form bei Allergikern nicht, wie Professor Klimek schildert. Vor allem das hohe Fieber über 38, 39 Grad werde ein Patient mit Asthma oder anderen Atemwegsallergien niemals haben. Auch Glieder- und Halsschmerzen sind recht selten.

Merkmale einer allergischen Reaktion

Als allergische Reaktionen treten vielmehr neben Husten und gegebenenfalls Atemnot auch Beschwerden an den Augen, ein starkes Jucken in der Nase oder ein Niesreiz auf. Die Augen jucken oder tränen oder beides. Eine Niesattacke tritt anfallartig ein, meist wenn ein Ortswechsel vorgenommen wird. Der Allergiker reagiert außerdem draußen schlimmer als drinnen, deshalb eher spontan und mit Pausen. Infektsymptome verspürt ein Betroffener dagegen den ganzen Tag über, also dauerhaft.

Übersicht der Unterscheidungsmerkmale

Die Übersicht fasst die wichtigsten Unterscheidungsmerkmale noch einmal zusammen:

In Österreich ist es Pflicht, in manchen deutschen Bundesländern und Städten auch; die Bundesregierung und die restlichen Länder empfehlen es: Vorsorglich sogenannte Alltagsmasken im öffentlichen Nahverkehr und im Einzelhandel zu tragen. Ein Beitrag, um das Übertragungsrisiko des Coronavirus zu minimieren. Beim Umgang mit den Behelfsmasken gibt es aber einiges zu berücksichtigen. Das Wichtigste haben wir für Sie zusammengefasst.

Was Sie vorab wissen sollten

Eine gute Händehygiene, das Einhalten der Husten- und Niesetikette, sprich in ein Papiertaschentuch oder in die Ellenbogenbeuge zu husten oder zu niesen, sowie Abstandhalten sind laut Robert Koch-Institut (RKI) die wichtigsten und effektivsten Maßnahmen zum persönlichen Schutz.
Wenn Sie sich für eine Maske entscheiden, ist es wichtig, nach Möglichkeit im Alltag keine medizinischen Masken zu nutzen. Denn sie sind momentan ein rares Gut und sollten medizinischem Personal vorbehalten sein.
Das Tragen einer Behelfsmaske im Alltag ist eher eine Höflichkeitsgeste gegenüber anderen, wie es Professor Christian Drosten, Chefvirologe an der Berliner Charité, formuliert. Denn manche Coronavirus-Infizierte zeigen nur leichte oder sogar keine Symptome. Mit einer Maske werde das Ansteckungsrisiko für andere minimiert – für einen selbst allerdings nicht.

Empfehlungen des Robert Koch-Instituts

Vor dem Hintergrund empfiehlt das RKI konkret: „In diesen Fällen könnte das vorsorgliche Tragen von Behelfsmasken dazu beitragen, das Übertragungsrisiko zu vermindern. Deshalb könnte das Tragen von Behelfsmasken durch Personen, die öffentliche Räume betreten, in denen der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, z.B. ÖPNV, Lebensmittelgeschäften oder auch ggf. am Arbeitsplatz, dazu beitragen, die Weiterverbreitung von SARS-CoV-2 einzudämmen. Darüber hinaus könnten Behelfsmasken das Bewusstsein für ‚physical distancing‘ und gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen."

Maskentragen: Schutz für sich selbst nicht nachgewiesen

Nicht hinreichend nachgewiesen ist dagegen, dass eine gesunde Person durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes das Ansteckungsrisiko für sich selbst verringert, wie das RKI in seinen Empfehlungen schreibt. Die WHO warnt laut Robert Koch-Institut sogar: Das Tragen einer Maske in Situationen, in denen dies nicht empfohlen sei, könne ein falsches Sicherheitsgefühl erzeugen. Die Folge: Zentrale Hygienemaßnamen wie eine gute Händehygiene könnten vernachlässigt werden. Auch sollte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes oder einer anderen Form der Barriere auf keinen Fall dazu führen, dass Abstandsregeln nicht mehr eingehalten werden.

Das betont auch noch einmal der Virologe Christian Drosten auf Twitter: Die Maßnahmen zu Distanzierung und Kontaktminimierung ließen sich „auf keinen Fall durch das allgemeine Tragen von Masken ersetzen“, so Drosten. „Masken sind eine Ergänzung der Maßnahmen und eine Erinnerung für Alle an den Ernst der Lage!“

Was sind „Community-Masken“?

Alltagsmasken, Community-Masken oder DIY-Masken sind im weitesten Sinne Masken, die aus handelsüblichen Stoffen genäht und im Alltag getragen werden. Sie dürfen übrigens nicht als Medizinprodukte oder Gegenstände persönlicher Schutzausrüstung in Verkehr gebracht und nicht mit entsprechenden Leistungen oder Schutzwirkungen ausgelobt werden. Das richtige Tragen einer Community-Maske kann eine physische Barriere vor größeren Tröpfchen und Mund-/Nasen-Schleimhautkontakt mit kontaminierten Händen bieten.

Wie wird die „Community-Maske“ richtig verwendet?

Wer sich für eine Maske entscheidet, beachtet am besten folgende Regeln, die das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) herausgegeben hat:

  • Die Masken sollten nur für den privaten Gebrauch genutzt werden.
  • Auch mit Maske sollte der von der WHO empfohlene Sicherheitsabstand von mindestens 1.50 m zu anderen Menschen eingehalten werden.
  • Beim Anziehen einer Maske ist darauf zu achten, dass die Innenseite nicht kontaminiert wird. Die Hände sollten vorher gründlich mit Seife gewaschen werden.
  • Die Maske muss richtig über Mund, Nase und Wangen platziert sein und an den Rändern möglichst eng anliegen, um das Eindringen von Luft an den Seiten zu minimieren.
  • Bei der ersten Verwendung sollte getestet werden, ob die Maske genügend Luft durchlässt, um das normale Atmen möglichst wenig zu behindern.
  • Eine durchfeuchtete Maske sollte umgehend abgenommen und ggf. ausgetauscht werden.
  • Die Außenseite der gebrauchten Maske ist potentiell erregerhaltig. Um eine Kontaminierung der Hände zu verhindern, sollte diese möglichst nicht berührt werden.
  • Nach Absetzen der Maske sollten die Hände unter Einhaltung der allgemeinen Hygieneregeln gründlich gewaschen werden (mindestens 20-30 Sekunden mit Seife).
  • Die Maske sollte nach dem Abnehmen in einem Beutel oder Ähnlichem luftdicht verschlossen aufbewahrt oder sofort gewaschen werden. Die Aufbewahrung sollte nur über möglichst kurze Zeit erfolgen, um vor allem Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Masken sollten nach einmaliger Nutzung idealerweise bei 95 Grad, mindestens aber bei 60 Grad gewaschen und anschließend vollständig getrocknet werden. Beachten Sie eventuelle Herstellerangaben zur maximalen Zyklusanzahl, nach der die Festigkeit und Funktionalität noch gegeben ist.
  • Sofern vorhanden, sollten unbedingt alle Herstellerhinweise beachtet werden.
  • Trotz Tragens einer Maske: Bitte an die gängigen Hygienevorschriften, insbesondere die aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (www.rki.de) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.infektionsschutz.de) denken.

Ein Leben wie vor Corona? Zumindest für den österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz wird es erst eine Normalität wie vor der Krise geben, wenn es eine Impfung oder zumindest ein gutes Medikament gegen die Viren gibt. Die Aussagen, wann es soweit ist, variieren stark – von noch 2020 über 2021 bis hin zu 2022. „Die Impfstoffentwicklung ist ein langwieriger Prozess, denn Wirksamkeit und Sicherheit des Impfstoffs haben oberste Priorität“, erklärt das Paul-Ehrlich-Institut, Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel (PEI).

Rotaviren-Impfstoff-Entwicklung dauerte 15 Jahre

Wenn wir (prophylaktisch) geimpft werden, sollen die Impfstoffe das Immunsystem zum Schutz vor Infektionskrankheiten aktivieren – und eine Ausbreitung vermeiden. Doch bis es soweit ist, können manchmal bis zu 20 Jahre vergehen: Forschung, Entwicklung, klinische Tests. „Während die frühere Entwicklung von gängigen pädiatrischen Kombinationsimpfstoffe nur zehn bis zwölf Jahre in Anspruch genommen hat, dauerte die Entwicklung der Impfungen gegen HPV und Rotaviren jeweils circa 15 Jahre, jener gegen Varizellen sowie der Influenza-Lebendimpfung 25 bis 30 Jahre“, schreiben die Impfstoff-Experten Ursula Wiedermann, Otfried Kistner und Barbara Tucek in der Ärztezeitung. Deshalb kommen Impfstoffe bei einem akuten Ausbruch praktisch immer zu spät.

Nur wenige Impfstoffe kommen bis zur klinischen Studie

Einen Impfstoff bis zur Zulassung zu bekommen, ist langwierig. Denn schließlich muss das Arzneimittel nicht nur wirken, sondern auch sicher sein. Die Experten wissen aus ihrer Erfahrung: Entwickeln die Forscher anfangs 10.000 Substanzen im Labor, gelangen aufgrund der hohen Anforderungen an die Qualität nur etwa 250 davon in die präklinische Phase. Und vielleicht schaffen es davon fünf in die klinische Entwicklung. Aber auch dieser Schritt bedeutet letztlich nicht, dass der Impfstoff zugelassen wird. Das Ganze kann dann auch schnell bis zu einer Milliarde Euro kosten.

Die einzelnen Phasen der Impfstoff-Entwicklung

Im Grunde durchläuft ein Impfstoff von der Entwicklung bis zur Zulassung sechs Phasen.
1. Phase: Reagenzglas und Computer: Die Forscher identifizieren und charakterisieren zunächst einmal den Erreger und seine Bestandteile. Das bedeutet auch, dass sie eine Analyse machen, um die Antigene zu identifizieren, die eine schützende Immunantwort hervorrufen können. Anschließend geht es darum, festzulegen, welche Art von Impfstoff zum Einsatz kommen soll.
2. Phase: Wirkt der Impfstoff? Tierversuche: Dafür werden die Labortiere infiziert. So kann nicht nur getestet werden, ob der Impfstoff wirkt. Die Phase ist deshalb auch so wichtig, um herauszufinden, ob nicht eine paradoxe Reaktion ausgelöst wird. Das bedeutet: Das Arzneimittel schützt nicht, sondern verschlimmert den Verlauf einer Krankheit.
3. Phase: Ist der Impfstoff sicher? Klinische Studie, Phase I: Bevor der Impfstoff an Menschen getestet werden darf, muss die Behörde, in Deutschland ist dafür das Paul-Ehrlich-Institut zuständig, ihn genehmigen. Die erste klinische Prüfung soll mögliche Sicherheitsrisiken offenlegen. Dazu erhalten 20 bis 80 gesunde Freiwillige das Arzneimittel in unterschiedlichen Dosen, um mögliche kurzfristige Nebenwirkungen aufzudecken.
4. und 5. Phase: Wirkt der Impfstoff, wie er soll? Klinische Studien, Phase II und III: Das sind die entscheidenden Momente der Entwicklung. Denn der Impfstoff wird manchmal gar tausenden Studien-Teilnehmern verabreicht, die sich mit dem Erreger infiziert haben könnten. Dabei wird nach einiger Zeit verglichen, ob es zwischen der Impfgruppe und einer Kontrollgruppe einen Unterschied gibt, was die Infektionsrate angeht. An dieser Stelle scheitern häufig Impfstoffkandidaten. Die fortgeschrittenen Studien liefern auch Hinweise auf Impfschemata, Dosierungen, ob Männer und Frauen unterschiedlich reagieren und das Alter eine Rolle spielt.
6. Phase: Handelt es sich um verlässliche Daten? Die Zulassung: Wenn alle erhobenen Daten vorliegen und die Tests abgeschlossen sind, beantragen die Unternehmen die Zulassung bei der Behörde. Wird sie erteilt, geht es schließlich um die Frage der Herstellung des Impfstoffes: Wie viel lässt sich zu welchem Preis produzieren?

Einige Besonderheiten bei der Impfstoff-Entwicklung gegen COVID-19

Bei der Impfstoffentwicklung gegen das Coronavirus SARS-CoV2 läuft vieles anders als sonst. Momentan werden von 115 Impfstoff-Kandidaten 78 Stück weiterentwickelt. Die Daten hat die Zeitschrift „nature reviews drug discovery“ erhoben. Weit über 50 Unternehmen, Universitäten und Institute arbeiten an einem COVID-19-Impfstoff. Ihr Vorteil war: Die genetische Sequenz von SARS-CoV-2 lag schnell vor, genau wie die Daten zu den nah verwandten Viren SARS und MERS. Dadurch ist eine schnelle Konstruktion des Impfstoffes möglich.
Die Versuchstiere: Das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiermedizin fand in einer Studie heraus – Schweine und Hühner reagieren kaum auf das neue Virus. Flughunde und Frettchen, sie gelten als empfänglich für Atemwegsinfektionen, ließen sich dagegen gut infizieren, Mäuse hingegen nicht. Denn deren ACE2-Eiweiß auf den Lungenzellen sieht an einer entscheidenden Stelle anders aus. ACE2 stellt sozusagen die Eintrittspforte für das neue Coronavirus dar. Das Virus kommt wohl mit der Atemluft in die Lunge der Nager, aber es findet keine Möglichkeit, sich dort festzusetzen. Somit muss die Wissenschaft gerade recht kreative Lösungen finden, um genügend Versuchstiere zu haben.
Eine Zulassung wird länger dauern, aber: Einige Experten gehen davon aus, dass ein Impfstoff Mitte bis Ende 2021 erstmals großflächig zum Einsatz kommt – in Form von Phase-III-Studien. Wobei die Angaben dazu, wie schon gesagt, sehr stark schwankend sind. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht auf jeden Fall von 18 Monaten aus.
Die Impfstoffsuche könnte sich allerdings auch verzögern. Denn laut renommierten Virologen tritt bei Coronaviren ein seltenes Phänomen auf – sie besitzen sogenannte infektionsverstärkende Antikörper. Die Folge: Wenn sich jemand zum zweiten Mal mit dem gleichen oder einem ähnlichen Subtyp des Virus infiziert, kann es zu einem schweren Krankheitsverlauf kommen. „Das ADE-Phänomen ist uns von anderen Impfstoffen bekannt“, sagte Prof. Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), bei einem Webinar des Science Media Centers, auf das das Ärzteblatt Bezug nahm. In Bezug auf SARS-CoV-2 erachte er dies als „theoretisches Risiko“; aber es gebe Labortests, mit denen dieses Risiko betrachtet werden könne – eine Anforderung, die man den Pharmafirmen gestellt hätte. „Das ADE-Phänomen lässt sich aber beeinflussen, indem man die Konformation des Antigens für den Impfstoff verändert, sodass bevorzugt neutralisierende Antikörper erzeugt werden und vielleicht auch eine gute zelluläre Immunantwort induziert wird.“

Impfstoffkandidaten gegen SARS-CoV-2 lassen sich im Grunde in drei Gruppen unterteilen: 1. Impfstoffe auf Vireneiweiß, 2. Impfstoffe mit Vektorviren, 3. Impfstoffe aus Erbsubstanz.

In diesen Zeiten bekommt der Begriff Lagerkoller eine ganz neue Dimension. Das Einschränken sozialer Kontakte, Schul- und Kitaschließungen stellen gerade Familien vor ganz besondere Herausforderungen. Arbeit, Schule, Babykrippe und Kindergarten vereint zuhause, auch noch ohne Unterstützung der Großeltern, denn gerade diese gilt es, als Risikogruppe besonders zu schützen. Das alles erfordert eine organisatorische Meisterleistung. Kein Wunder, dass der nervliche Stresspegel zwischendurch verrücktspielt. Wir geben Tipps, wie Sie sich und Ihre Lieben vor dem Corona-Koller schützen können.

Wo bleibt der Alltag?

Dass der Zehnjährige sich mal nach der Schule sehnt, seine vierjährige Schwester nicht mehr nur mit Mama spielen möchte und der Familienvater vom heimischen Garten endlich wieder an den Arbeitsplatz zurück möchte, wäre noch vor Monaten eine unvorstellbare Utopie gewesen. Heute ist sie Wirklichkeit. Fast ganz Deutschland befindet sich sozusagen im zwangsmäßigen Homeoffice. Die einen mehr, die anderen weniger betroffen. Aber für alle gilt derzeit ein Leben fernab vom normalen Alltag. Aber genau diesen sehnen sich die meisten zurück. Wann er wiederkommt? Das weiß zum derzeitigen Zeitpunkt noch niemand. Alle Voraussagen wären unseriöse Mutmaßungen, gleich einem Blick in die Glaskugel.

Nobody is perfect

Auch wenn bundesweit derzeit leichte Lockerungen der Corona-Auflagen stattfinden, die Schulen teilweise und sehr eingeschränkt wieder öffnen, heißt es weiterhin, sich unbedingt an die schützenden Maßnahmen zu halten. Vor diesem Hintergrund ist es wichtig, auch mal Fünfe gerade sein zu lassen. Soll heißen, sich bewusst zu machen, dass nicht alles perfekt laufen kann und vor allem nicht muss, gerade wenn ein Spagat zwischen Homeoffice und -schooling erforderlich ist. Streng sein ist fehl am Platz, weder zu sich noch zu seinen Kindern. Gelassenheit kann gerade im Umgang mit der Familie momentan zur Entschleunigung beitragen. Natürlich leichter gesagt als getan. Aber dann muss es mal eben eine Pause während der Arbeit im Homeoffice sein, die für gemeinsame Qualitytime mit dem Nachwuchs genutzt wird.

Gegenseitiger Respekt

Doch bei aller Gelassenheit gilt es, den Corona-Alltag zu strukturieren. Es heißt, Menschen mit angemessenen Tagesstrukturen würden Ausnahmesituationen besser meistern. Schon allein deshalb macht es Sinn, bestimmte Tagesrituale zu schaffen, die zum Beispiel sowohl das Lernen, gemeinsame Mahlzeiten aber auch die Bewegung an der frischen Luft umfassen. Klar ist, dass in einer Familie ganz unterschiedliche Charaktere und Bedürfnisse aufeinandertreffen. Da können auch mal die Fetzen fliegen. Damit dies aber die Ausnahme bleibt, hilft es, Familienregeln aufzustellen – nicht nur in Corona-Zeiten. Was ist uns wichtig, welche Werte wollen wir leben und erwarten wir von Eltern, Geschwistern und Kindern? Ist es beispielsweise die Rücksichtnahme? Dann hört der pubertierende Teenager die Musik eben nicht ohrenbetäubend laut für alle, sondern eher über die Kopfhörer. Oder realistische Versprechen? Dann sollte Papa auch wirklich mit den Kleinen im Garten Fußball spielen. Die Regeln sollten für alle verständlich und umsetzbar sein. Das schafft gegenseitiges Vertrauen und gibt gleichzeitig Orientierung.

Wertschätzung

Eines ist grundsätzlich, also in guten und in schlechten Zeiten, umzusetzen: bedingungslose gegenseitige Wertschätzung. Denn im normalen Alltag erleben mittlerweile auch schon die Kleinen die unterschiedlichsten Drucksituationen. Sei es durch schulische oder gesellschaftliche Anforderungen. Da muss das eigene Zuhause ein Wohlfühlort sein, an dem es nicht ständig heißt, sich beweisen zu müssen.

Smartphone für Schule nützlich

Mit dem sogenannten Homeschooling bewegen sich die meisten Schüler, Lehrer aber auch Eltern auf ganz neuem Terrain. Die verschiedensten Herausforderungen müssen gemeistert werden, die Digitalisierung ist längst nicht so weit fortgeschritten, wie man es sich in der momentanen Situation wünschen würde. Nicht jeder verfügt über die entsprechende technische Ausstattung, wobei Dreiviertel der Zehn- bis Elfjährigen im Besitz eines Smartphones sind. Und der Anteil der Smartphonebesitzer unter den 12- bis 13-Jährigen beläuft sich laut Umfragen auf 95 Prozent. Mit einem Smartphone ist die Kommunikation zwischen Schüler und Schule auch mit räumlicher Trennung möglich. So berichtete kürzlich eine Nachbarin, natürlich mit viel Abstand über den Gartenzaun, dass ihre Tochter im regen Austausch mit ihren Lehrern sei. Sie hinterfrage Aufgaben, mache Videokonferenzen mit Mitschülern und schicke ihre Arbeitsergebnisse via Smartphone an die Schule. Sie sei gerade über die Art, wie die fast 14-Jährige mit Mitschülern und Lehrern kommuniziere, sehr überrascht. Diese sei geradezu vorbildlich geworden – und habe nichts mit Snapchat, Whatsapp oder Instagram zu tun. Wer hätte das vor Corona gedacht? Frau Nachbarin jedenfalls nicht.

Tipp: blogfamilia

Während sich die Nachbarstochter neben der Schule mit Joggen durch den Ort und einem selbstauferlegtem Fitnessprogramm über das ansonsten so geliebte und derzeit so stark vermisste Handballtraining hinweghilft, stehen Eltern von kleineren Kindern häufig vor einer anderen Herausforderung: die immer wieder aufkeimende Langeweile. Doch keine Angst. An Inspirationen für die Beschäftigung der ganzen Familie mangelt es nicht im Internet. Schauen Sie doch mal bei blogfamilia. Hier finden Sie Kreatives, Lustiges und Leckeres gegen den Lagerkoller daheim. Übrigens auch ein Tipp vom Familienportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Aber dabei nicht vergessen: home sweet home.

Bei den meisten Menschen schlägt das Immunsystem bei einer Coronavirusinfektion erfolgreich Alarm und setzt die menschliche Abwehrmaschinerie in Gang. Allerdings nicht immer mit Erfolg. Bei einigen verläuft SARS-CoV-2 sogar tödlich. Dabei unterscheiden sich die Krankheitsverläufe der COVID-19-Patienten stark. Unterschiedliche Faktoren beziehungsweise der allgemeine Gesundheitszustand nehmen Einfluss auf den Krankheitsverlauf. Hierzu zählen auch das Alter oder ob der Körper von Vorerkrankungen geschwächt ist. Doch was passiert eigentlich im Körper, wenn das Virus angreift?

Es gibt keinen typischen Krankheitsverlauf

Der derzeit als „Coronavirus“ bezeichnete Erreger heißt offiziell Sars-CoV-2, wobei Sars für „Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom“ steht. Was bedeutet, dass sie die für unsere Atmung verantwortlichen Organe wie Lunge und Bronchien angreifen. Bei vielen Viren und Bakterien genügt diese erste Aktivität des Immunsystems bereits aus, um einen Eindringling zu bekämpfen. In der Regel passiert das schnell und wirksam. Das System arbeitet: Wir sind erkältet, haben Fieber. Jedoch: „Die Krankheitsverläufe sind unspezifisch, vielfältig und variieren stark, von symptomlosen Verläufen bis zu schweren Pneumonien mit Lungenversagen und Tod. Daher lassen sich keine allgemeingültigen Aussagen zum ,typischen‘ Krankheitsverlauf machen.“, heißt es im SARS-CoV-2 Steckbrief des Robert Koch-Instituts (RKI). Denn das Virus löst unterschiedlich starke Beschwerden aus: Sie reichen von einer leichten Erkältung und einem Infekt der oberen Luftwege bis zu den klassischen Symptomen einer viralen Lungenentzündung, Fieber, Husten, Kurzatmigkeit, Atembeschwerden, Muskelschmerzen und Müdigkeit. Nicht so häufig gehen Kopfschmerzen oder Auswurf einher.

Ein Rennen gegen die Zeit

Eine Infektion ist ein Wettlauf und die Corona-Pandemie macht dies nur allzu deutlich. Das gilt im Großen, nämlich bei den Anstrengungen, die COVID-19-Pandemie einzudämmen. Aber auch im Kleinen, wenn das Immunsystem eines Infizierten versucht, die Oberhand über den Erreger zu gewinnen. Wenn das Virus sich unmittelbar nach einer Ansteckung schneller vermehrt, als die körpereigene Abwehr es beseitigen kann, bricht die Krankheit aus. „Ein wichtiger Faktor in diesem Rennen ist, wie lange es dauert, bis ein Virus in eine menschliche Zelle eindringt, sich dort vermehrt und die neue Virusgeneration freigesetzt wird, die ihrerseits wieder Zellen befällt“, erklärt Vahid Sandoghdar, Direktor am Erlanger Max-Planck-Institut für die Physik des Lichts und Leiter eines Lehrstuhls für Experimentalphysik an der FAU. „Wie die einzelnen Schritte auf der Ebene einzelner Zellen beziehungsweise des Gewebes ablaufen, weiß man noch nicht genau.“

Das „Coronaskop“

Deshalb will sein Team den Vermehrungszyklus des Virus nun gemeinsam mit Forschenden um Klaus Überla, Direktor des Virologischen Instituts des Universitätsklinikums Erlangen und Leiter des Lehrstuhls für Klinische und Molekulare Virologie, live verfolgen. Die Mediziner und Physiker wollen direkt an einer Zelle beobachten, wie Kandidaten für medizinische Wirkstoffe die Zell-Virus-Interaktion und seine Vermehrung beeinflussen. Die Gruppe hat ein „Coronaskop“ gebaut, wie Vahid Sandoghdar es nennt: ein iScat-Mikroskop, das gegenüber anderen Methoden, die Viren sichtbar machen, einige Vorzüge habe. Anders als Elektronenmikroskope könne es lebende Viren und damit biologische Prozesse abbilden, und das sogar im Film. Eine mikroskopische Untersuchung des Vermehrungszyklus sei bisher nicht möglich gewesen, Virologen würden die Vermehrungsrate bislang makroskopisch bestimmen: „Sie messen schlicht, wie viele Viren sich in einer Zellkultur innerhalb einer gewissen Zeit bilden. Wir können diese Messungen nun durch Einblicke auf Zellebene ergänzen“, sagt Sandoghdar. Von der mikroskopischen Videoüberwachung des Coronavirus erhoffen sie sich dabei nicht nur ein besseres Verständnis der Infektion, sondern auch Ansatzpunkte für Therapien.

Gesunde Lebensweise

Derzeit gibt es keine Arznei, die vor Corona schützen kann. Weltweit wird an einem Impfstoff gearbeitet. Aber grundsätzlich gilt es, die bekannten Maßnahmen wie die Abstandsregeln und Hygieneempfehlungen umzusetzen. Darüber hinaus gibt es verschiedenste Möglichkeiten, wie regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung, das Immunsystem zu stärken. Hierzu beraten wir Sie natürlich gern, auch, wie beispielsweise der Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln dazu beitragen kann. Wichtig zu wissen ist allerdings, dass auch diese nicht vor Corona schützen bzw. es nicht heilen können.